… allewege!

Zurück auf der Via Romea Germanica. Der ‚Weg der Begegnungen‘ führt mich heute von Soltau nach Bergen. Es werden vor allem Begegnungen mit mir selbst sein, vor allem mit meinen Füßen und verschiedenen Regionen meines Körpers und Geistes, mit denen ich bisher noch keine Bekanntschaft schließen konnte. Und ganz unerwartet stellen sich auch spirituelle Erfahrungen ein. Dass mein Konfirmationsspruch „Freuet euch im Herrn allewege!“ (Phil 4,4) zum Mantra auf dem Weg taugt, hätte ich nicht gedacht. Um mich zu motivieren, hatte ich mir zuvor eine Legion römischer Soldaten vorgestellt, die stumm, stetig und beharrlich rund 30 Kilometer am Tag zurücklegen konnte, und das in voller Montur – und auf Sandalen! Dann doch lieber die Freude! Allewege – und nun dieser, der zunächst ein Weg ‚entschleunigter’ Wahrnehmung ist. Für Albert von Stade, der den Weg nach Rom erstmals im 13. Jahrhundert beschrieben hatte, war es eine Dienstreise, um in der Zentrale Rom seine Reformpläne durchzusetzen. Sicherlich in geistlicher Absicht, aber in Rom saß nun einmal die Macht. Ein vergleichbares Ziel verfolgte später Martin Luther im Auftrag seines Mönchsordens. Beide würden heute wohl den Zug nehmen, oder den Flieger. Für mich ist es zunächst eine Gelegenheit, an die Luft und in Bewegung zu kommen und meinen Horizont zu erweitern. Dieser Fußgang ist kein Bußgang. Und beweisen muss ich weder mir noch Gott etwas. Es ist aber schon ziemlich verwegen, mitten in der Lüneburger Heide an Rom zu denken. Und wenn ich mir die Route, die noch vor mir liegt, so auf mich wirken lasse, brauche ich mindestens noch einen Maulesel. Aber Step by Step. Heute also nach Bergen. Es schüttet. Reichlich.

Hinter Visselhövede
Fast eine Römerstraße – oder ein Pfaffenpfad – auf der Schäferroute nach Soltau
Leider kein Pferd in Sicht …
Scheunentür in Falshorn
Solitär – Buche in Wiedingen
Gesundbrunnen am Eingang nach Soltau
Vom Reihengrab zur Parkanlage – Friedhof Soltau