Hvor Ibsen passerte …

… wo Ibsen vorbeikam … und Urlaub machte. Goßensass ist der erste Ort südlich des Brenners. Es liegt im Schatten der Brenner Autobahn, nur die Eisack, Südtirols zweitgrößter Fluss, die unter meinem Zimmer noch als Bach ins Tal rauscht, ist lauter. Der Ort hat Geschichte, eine montane wie mondäne. Die Barbara-Kapelle erinnert an die Zeit des ersten Wohlstands. Bergleute aus ganz Europa sollen hier im Spätmittelalter im Silber- und Erzbergbau ihr Glück versucht haben. ‚European minded’ waren auch die Kurgäste, die hier im 19. Jahrhundert auf Sommerfrische gingen. Allen voran Henrik Ibsen, der sich von den Bergbächen inspirieren ließ und nach durchgeschriebener Nacht morgens sein Tintenfass am Brunnen auswusch. So gibt es hier nicht nur eine Via Roma, sondern auch einen Henrik-Ibsen-Platz. Es ist eben doch nicht alles Goethe, was glänzt. By the way: Weibliche Reisende scheint es hier nicht gegeben zu haben … das ist natürlich Unsinn, das Fehlen einer noch so beiläufigen Notiz ihres Aufenthalts, zeigt aber die männliche Dominanz in der Erinnerungskultur. Naja, die Hl. Barbara – an dieser Stelle einen herzlichen Gruß an meine Mutter! – und natürlich die Gottesmutter haben es bis Goßensass geschafft! Ich werde mir noch die Ibsen-Dokumentation im hiesigen Rathaus anschauen, dann über den Romweg über die Alte Postgasse nach Sterzing wandern und von dort nach Brixen weiterreisen.