Bozen am Morgen. Sinniger Weise in der Lobby des Kolpinghauses, dessen Namensgeber sich im 19. Jahrhundert intensiv um die Soziale Frage, und hier besonders um die Bedingungen der Wandergesellen verdient gemacht hat. Entsprechend gibt es seitdem diese recht komfortablen Unterkünfte. Ein Wandergeselle bin ich nur in einem sehr weiten Sinne. Ich lerne nicht aus. Zwei meiner Urgroßväter, der eine damals als Braugeselle, der andere als Sattlergeselle, sollen es damals bis an die österreichische Grenze, der spätere Braumeister sogar bis nach Triest gebracht haben. Brixen und das wilde Eisacktal liegen längst hinter mir. Die Bilder werden folgen. Meine Wanderungen, manchmal auch nur ‚Exemplarische Spaziergänge‘, orientieren sich immer noch am Romweg Alberts. Ich nehme aber stark an, dass der gute Abt damals die Talstraße genommen hat. Warum sollte er sich mehr abplagen als nötig? Aber nicht nur dort, auch auf den steilen Hangstraßen ist es heute nicht mehr wirklich ratsam zu Fuß zu laufen. So bin ich denn gestern den steilen Hang über Brixen hoch und fand mich, tendenziell besinnungslos, auf dem ‚Europäischen Besinnungsweg‘ wieder. Alle 50 Meter lädt eine Station mit den Bildnissen ‚Europäischer‘ Heiliger, wie z. B. Augustinus, und biblischen Zitaten in den gängigsten Sprachen, zum Nachdenken ein. Eine schöne Idee, wären da nicht ich und der Hang … ich habe es dann bis zur ehemaligen Sommerresidenz der Brixener Bischöfe nach Feldthurns / Velturno geschafft, an uralten Esskastanien vorbei, die schroffen Dolomiten im Blick. Dann hinunter nach Klausen / Chiusa – wenn einer so will, auf einer motorisierten Sänfte … heute soll es weiter nach Tramin gehen, dann bis zur Salurner Klause.






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