Wenn ein Protestant in Trient die lokale Spezialität ‚Strangolapreti‘ bestellt, deutsch ‚Priesterwürger‘, ist dies natürlich nur sehr symbolisch und eher scherzhaft als Reaktion auf das Tridentinum, das Konzil von Trient (1545 – 1563), das die römisch-katholische Kirche reformieren und die sogenannte ‚Gegenreformation‘ einleiten sollte, zu verstehen. Luther hatte solch ein Reformkonzil immer angemahnt. Er starb darüber hinweg. Das konfessionelle ‚Tischtuch‘ war längst zerschnitten. Am römischen Tisch ließen es sich die Konzilsteilnehmer bei den in reichlich Butter geschwenkten Knödeln gutgehn, heisst es. Unter dem gekreuzigten Christus, flankiert von Maria und Johannes, im Dom von Trento / Trient wurden die Beschlüsse nach 18 Jahren und 25 Sitzungen schließlich verkündet und rechtskräftig. Die Kapelle gehört immer noch zu den meist besuchten Orten im Gotteshaus. Weder kann ich behaupten, dass die Drei der Kreuzigungsgruppe besonders glücklich dreinschauen, noch geht es mir besonders gut an diesem Ort. Aber die Strangolapreti in Vela, jenseits der Etsch, sind vor allem eines: überkonfessionell lecker! Am Sonntag geht es weiter ins Valsugana nach Levico Terme.




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