Noch etwa 17 Kilometer bis Rom. Zentrum. Ich bin heute Abend schon mal ein paar Schritte in Richtung Kapitale vorausgelaufen, Google brachte mich dann wieder zurück in meine Unterkunft zwischen Olgiata und La Storta. An ein Resümee mag ich noch nicht denken, vielleicht nur so viel, dass ich mittlerweile mindestens zu 10 Prozent aus Kefir bestehe. Sehr schmackhaft, sehr erfrischend und sehr bekömmlich! Besonders die Variante mit Orange, Ingwer und Kardamom. Aber das sind Gedanken, die vielleicht nach einer solchen Reise kurz vor Erreichen des ‚Ziels’ eher schnöde wirken. Ein zweites ‚Est!!!‘ werde ich deswegen nicht anstimmen. Für einen Moment hätte ich heute auf dem Weg tatsächlich beinahe gesungen. Als ich auf dem Weg durch die Fortsetzung des Veio-Naturparks auf einem Schild die Ermahnung las, die dort heimischen Wildschweine bitte nicht zu füttern oder aufzuscheuchen. Da ich bereits zwei Mal nicht gerade freundlich angegrunzt wurde, dachte ich, Singen wäre eine smarte Variante, den nicht immer scheuen Tieren zu vermitteln, dass ich doch eigentlich ganz nett sei. Ich habs uns dann erspart. Natur pur bis zur Via Cassia, die jetzt an mir vorbeirauscht. Ihren Erstbelag hatte ich bereits hinter Montefiascone unter die Füße bekommen. Vermutlich wird der Verkehr in der Antike oder im Mittelalter ähnlich über die Chaussee gebrandet sein, wie heute, nur ein bisschen entschleunigter. Das war heute auch mehr meine Gangart. Ich genoss den Spätsommertag und schritt durch die Gegend, vorzugsweise bergab und gelassen bergan und kostete noch einmal das Gefühl, auf diese besondere Weise unterwegs sein zu können, aus. Dazu muss ich bemerken, dass ich mich auf meiner Tour weitgehend überraschen ließ. Eine grobe Peilung hatte ich zwar immer, aber die Bestimmung des Ortes, an dem einer oder eine sich gerade befindet, ist eine sehr komplexe Angelegenheit. Da habe ich dann zuletzt einfach der weitgehend hilfreichen Beschilderung der Via Romea oder der Via Francigena vertraut. Notfalls auch der Google Map Info oder dem Routenplan. Und im Nachgang noch mal nachgelesen. Die einfache Logik lautet: Wo ‚Rom‘ am Ortseingang steht, da muss auch Rom drin sein. Und die Stadt wird mir ihr ‚Rom-Sein‘ schon so kräftig und farbig vermitteln, dass am Ende jeder Zweifel ausgeräumt ist – weitgehend. Also Auf jetzt! Die Sonne lacht! Nach Rom geht‘s nach links, immer nur die Straße runter!




















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