Kristina war auch da

Kristina war auch da. Das Haus, in dem die schwedische Königin Kristina oder Christina (1626 – 1689) abgestiegen sein soll, steht noch und erinnert daran, dass die Tochter und Nachfolgerin Gustav II Adolfs Wasa auf ihren vielen Reisen in dem für königliche Verhältnisse bescheidenen, für damalige Zevener Verhältnisse besonderen Gebäude genächtigt haben soll. Zeven stand damals unter schwedischer Herrschaft, und Kristina war die Landesherrin. Die Garbo hat ihr zu spätem Ruhm verholfen, dieser unkonventionellen Persönlichkeit. Jedenfalls ist die reiselustige Königin am Ende auch in Rom angekommen, hatte zuvor abgedankt, sich zur römisch-katholischen Konfession bekannt und nannte sich schließlich Maria oder Christina Alexandra. Eine ungewöhnliche Frau. Die Kurzbegegnung am Ort ihrer Stippvisite und mit ihrem lebensgroßen Standbild war schon eine Art Gruß aus der noch sehr fernen und ewigen Stadt. Es war nicht die letzte Begegnung mit den Stars der Vergangenheit und berühmten Reisenden, die an diesem oder jenem abgelegenen Ort vorbeigekommen waren und der Provinz bis zum heutigen Tag eine gewisse Weltläufigkeit verleihen. Für mich blieb es meist bei einer kurzen Anregung, mehr wäre in der Situation, in der ich mich befand, zu viel verlangt gewesen. Ich konnte also das Gespräch mit der überaus interessanten Kristina aus Zeitgründen nicht weiter vertiefen. Ich hoffe, sie hat in Zeven gut geschlafen. Und so war die abgedankte Königin kurz hinter Visselhövede bereits wieder Geschichte.
Am dritten Tag meines bisherigen Gewaltmarsches beschloss ich dann doch Zug und Bus zu nehmen und fand die Unterkunft für die Nacht in einem Monteurzimmer in Visselhövede.

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