Auf Montage

Monteurszimmer, Fremdenzimmer, Airbnb, Jugendherberge, Gästehaus, Pension, Hotel, Ferienwohnung, Schloss – im Laufe meiner Reise habe ich nahezu alle Übernachtungsmöglichkeiten kennengelernt. Nur eine ausgesprochene Pilgerunterkunft war nicht darunter. Auf der gesamten Strecke der Via Romea gibt es sicherlich gute Möglichkeiten, nur bin ich den, zumindest gefühlt, einfacheren Weg über einschlägige Internetportale gegangen und habe dort immer drei Übernachtungen im Voraus gebucht. Dies bestimmte auch ein bisschen meine Route, denn sonst wäre ich niemals am Rande von Visselhövede in jenem Monteurszimmer gelandet, sondern in irgendeiner Pension in Gyhum oder Scheeßel. An manchen Stationen der Via Romea gab es schlichtweg keine freie Unterkunft, zumindest hatte ich sie nicht rechtzeitig gebucht. Aber es war ja Sommer und die Menschen machten Urlaub, auch in der Heide, nur nicht auf dem Heidschnuckenweg. Dieser mitunter schnurgerade verlaufende Wanderweg, bei dem selbst ein Schaf in ein gewisses Flow-Erlebnis geraten würde, wurde in diesen Tagen ganz dem Pastor aus Altona überlassen.
Bis auf wenige Ausnahmen war ich mutterseelenallein unterwegs. Das lag sicherlich auch an der Jahreszeit, auch wenn sie in jenen Wochen eher herbstlich daherkam.
Nach dem Wechsel der Pferde – also der Tour mit Überlandbus und Regionalbahn – wuchtete ich mich dann wieder auf Schusters‘ Rappen. Und entschied, dass ich in Zukunft zwei Tage wandern und einen Tag mit regionalen Verkehrsmitteln überbrücken würde.
Anders wäre es für mich auch nicht zu schaffen gewesen, nicht einmal in den drei Monaten, die mir insgesamt zur Verfügung standen. Denn ich wollte ja nicht nur stumpf durch die Gegend traben, sondern auch ein bisschen etwas von der Welt sehen. Und ich meine, Firri erwähnt im Gespräch mit Tyrri, dass er vorhabe sich erst ein Pferd aus Dänemark zu besorgen, um dann den Weg nach Rom anzutreten … was Firri der Gaul, war mir der Bus …